Willkommen auf der Webseite von Mahaliya e.V.

Der Name Mahaliya entstand nach einem langen Prozess der Aus-
einandersetzung mit dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM¹) und bedeutet "die das Erbe in die neue Zeit trägt." Der Name steht stellvertretend für jede von FGM betroffene Frau, die den Weg der Heilung geht und die Transfomation dieser uralten Praxis als das Ergebnis ihres Reifungsprozesses in die Welt bringt.

Die Mitglieder von Mahaliya e.V. wollen einen Beitrag zum grundsätzlichen Bewusstseinswandel im Umgang mit dem Thema der weiblichen Genitalbeschneidung leisten.

Mahaliya e.V. wurde im Sommer 2014 gegründet und will auf umfassende Weise betroffene Mädchen und Frauen unterstützen und begleiten. Ebenso sind Sensibilisierung der Öffentlichkeit als auch Prävention weitere Anliegen.

Die Konfrontation mit dem Schatten

Wir leben in einer Zeit, in der lang verdrängte Themen aufgedeckt werden und wir erleben, wie diese Themen sich in unser Bewusstsein empordrängen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir uns zeitweise hilflos und überwältigt fühlen. In dieser sich ohnehin schnell verändernden Welt, entblößen sich in atemberaubender Geschwindigkeit kulturell tabuisierte Themen in globalem Ausmaß. Was sich da zeigt, besitzt die Kraft die Grundmauern unserer emotionalen Körper zu erschüttern und uns - so scheint es - gnadenlos an unsere Schmerzgrenzen zu führen.

Oft sind wir überwältigt vom Ausmaß abgrundtiefer Grausamkeiten und davon, wozu wir im Namen unserer Überzeugungen und sogenannter Traditionen zu tun im Stande sind. Es ist, als müssten wir uns erst noch vom Schock der bitteren Wahrheit angesichts der Bekämpfung der Weiblichkeit in unserer menschlichen Zivilisation erholen, um zu realisieren, wie sehr authentische Antworten und nachhaltige Handlungen gebraucht werden.

Eine besondere Herausforderung unserer Zeit

Wir wollen darauf hinweisen, wie elementar wichtig die Aufarbeitung der weiblichen Genitalverstümmelung für das kollektive Feld der Menschheit ist sowie unsere Präsenz für das Verstehen und Aufbauen einer von Wertschätzung getragenen Gesellschaft.

Es ist unerlässlich, uns des Dickichts der Empfindungen bewusst zu werden, die diese frauenspezifische Unterdrückungsform in uns auslöst. Nur so können wir zu diesem notwendigen klaren Blick gelangen, der es uns ermöglicht, die Entwicklungschancen zu erkennen, die eng mit der Geschichte dieses Schmerzes und des tiefen Leids verbunden sind.

Das Bekanntwerden der Tatsache der weiblichen Genitalverstümmelung (seit etwa fünf Jahrzehnten) ist recht jung, gemessen an der langen tabuisierten Periode ihrer Existenz von über fünf Jahrtausenden. Deshalb verwundert es nicht, dass wir uns bisher im Stadium der Erschütterung befanden bzw. immer noch befinden und nun den nächsten Schritt gehen wollen, bei dem die Betroffenen stärker mit einzubeziehen sind.

Verborgene Potenziale

Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt den im europäischen Raum lebenden Frauen und Mädchen, die von der weiblichen Genitalverstümmelung bereits betroffen sind.

Sie und alle anderen sind die Trägerinnen der gesamten Informationen ihrer Geschichte. Sie sind nicht nur die Leidtragenden, sie sind auch diejenigen, die die Kraft aufbringen, um die immense Verdrängung aufrecht zu erhalten. Dies lässt das in ihnen angelegte Potenzial erahnen.

Außerdem wollen wir den durchaus günstigen Umstand unterstreichen, der es diesen betroffenen Frauen möglich macht, das Thema ihres Lebens mit den in Europa hinzugewonnenen Lebensperspektiven - wie etwa elementare Menschenrechte - fern ihrer ursprünglichen Heimat in einem neuen Umfeld betrachten und aufarbeiten zu können. Es ist unser Anliegen, auf diese verborgenen Aspekte hinzuweisen!

Wir wollen Impulsgeber/innen und Wegbereiter/innen dieser Entwicklung ein!