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Mutilation!

Beratung von Mahaliya

Wie wir bei Mahaliya Beratung verstehen

»Um unser Verständnis von Beratung deutlich zu machen, möchte ich zuerst einmal aus eigener Erfahrung sprechen. Denn ich weiß, wie groß die Hürde für eine von FGM betroffene Frau sein kann, sich diesem übermächtigen und tabuisierten Thema zu stellen.

Beim Versuch mich mitzuteilen, war es häufig der Fall, dass ich auf Menschen traf, die überwiegend ihrem eigenen Entsetzen Ausdruck verliehen, als dass sie sich in meine Gefühlslage versetzt hätten. Das führte nicht selten dazu, dass ich sie trösten musste und mich außerdem noch schlecht fühlte.

Deshalb kann ich heute sagen: Mitleid als Ausdruck des eigenen Entsetzens hilft den Betroffenen nicht, sondern wirft sie eher zurück und gibt ihnen ungewollt das Gefühl, an etwas schuld zu sein!«

Die Scham überwinden, über das Unaussprechliche sprechen

»Seinerzeit hätte ich mir gewünscht, einer Person zu begegnen, die mich ermutigt, meine Scham zu überwinden und mir das Gefühl zu vermitteln, dass ich über das Unaussprechbare sprechen darf! Das erfordert großes Vertrauen in mein Gegenüber. Und es bedarf besondere Präsenz und Offenheit von diesem Gegenüber, um dabei zu helfen, den Gefühlen des peinigenden Schweigens und der damit verbundenen Einsamkeit ein Ende zu setzen.«

Aus der Einsamkeit des Schweigens heraushelfen

»Insofern geht es uns weniger um Beratung im herkömmlichen Sinne, als vielmehr um das Schaffen von Begegnungsräumen, in denen dieses Vertrauen wachsen kann. Denn nur eine vertrauensvolle Zusammenkunft kann dazu führen, beim Hinterfragen der eigenen Tradition nicht in Schuldgefühlen ’steckenzubleiben‘.«

Begegnungsräume des Vertrauens schaffen

»Ein von Wertschätzung, Mitgefühl und Sicherheit getragener Raum ist unerlässlich in der Begegnung mit betroffenen Frauen.

Der Prozess der Auseinandersetzung mit diesem Thema und dem Berühren dieses Tabus ist im Leben einer betroffenen Frau ein ungeheuer wichtiger Akt.

Ich habe die große Zuversicht, dass es immer mehr Frauen geben wird, die – unabhängig von Sozialberatung oder behördlichen Unterstützungsangeboten – bereit sind, sich mit persönlichen und zugleich kollektiven Themen und Erfahrungen auseinanderzusetzen. Deshalb leistet Mahaliya e.V. Hilfe zur Selbsthilfe.«

Zion Melak

Der Austausch über kultursensible Themen wie FGM kann nicht ohne weiteres mit Menschen erfolgen, die nicht über entsprechende (Vor-)Erfahrungen im Bewältigen schwieriger Themen verfügen. Unser Anliegen ist es deshalb, allen Institutionen, die mit Menschen aus den Prävalenzländern arbeiten, beratend zur Seite zu stehen. Dies ermöglichen wir in Form von Fortbildungen, Vorträgen und Workshops sowie spezifischen auf den Träger abgestimmte Angebote auf Anfrage.

Mahaliya bietet Beratung und Begleitung im beschriebenen Sinne für folgende Gruppen an:

  1. Von FGM betroffene Frauen und Mädchen
  2. Gefährdete Mädchen
  3. Paare
  4. Afrikanische Communities und Vereine
  5. Institutionen wie Gesundheitsämter, Frauenärzte, Entbindungsstationen, Beratungsstellen oder Sozialeinrichtungen